“So viel” heißt das neue Album von Sarah Jane Scott, das seit dem 21. Juli 2017 erhältlich ist. Aus diesem Grund haben wir die von Stephan Remmler produzierte Sängerin in Berlin zum Interview getroffen.

Dein neues Album heißt „So viel“ – Was bedeutet der Name Deines neuen Albums für Dich persönlich?
„Es gibt kein Lied das so heißt auf meinem Album und auch keinen Satz in einem Lied oder so, sondern mein Album heißt „So viel“, weil ich seit meinem ersten Album 2016 so viele Dinge gemacht, erlebt und gelernt habe. Es ist Wahnsinn, wie viel in meinem Leben passiert ist. Deshalb hat der Titel „So viel“ verschiedene Bedeutungen. Man kann immer so viel neues Lernen und erleben, egal ob man 29 Jahre alt ist oder 89.“

Auf dem Cover Deiner neuen CD-Scheibe befindet sich eine Ukulele und drei große farbenfrohe Blumen. Was hat es damit auf sich?
„Meine Ukulele habe ich eigentlich immer dabei, wenn ich unterwegs bin, außer jetzt zum Interview (lacht). Bei mir zu Hause liegt sie immer griffbreit auf dem Sofa. Die Ukulele ist ein Teil meines Lebens. Und die Blumen sind da, weil ich Farben und Blumen liebe und alles, was positiv ist. Blumen sind aus der Natur, und die hat für mich auch eine große Bedeutung.“

Über welche Themen singst Du auf Deinem neuen Album?
„Über Liebe, Liebe, Liebe (lacht). Ich arbeite zusammen mit meinem Schwiegervater in spe, Stephan Remmler [der Produzent des neuen Albums], und er ist wie mein Vater. Es ist mir sehr wichtig auf dem Album zu zeigen, dass ich das Leben nicht immer so ernst nehme, genau so wie Stephan, der auch sehr humorvoll ist. Ich möchte in den Songs lustig sein, deshalb sind auf dem neuen Album einige lustige Titel drauf, wie zum Beispiel „Alaska“.
Und ich glaube auch, dass in dem neuen Album noch mehr Power steckt und ich  eine andere Seite von mir zeige, nämlich die einer selbstbewussten Powerfrau (lacht).“

Wie hast Du eigentlich Stephan Remmler kennen gelernt? 
„Ich bin seit sieben Jahren mit seinem ältesten Sohn Cecil zusammen, er ist mein Freund. Wir haben uns am Berklee College of Music in Boston kennen gelernt, da habe ich von 2006 bis 2010 studiert. Wir sind uns in der letzten Woche begegnet, in der Studien-Abschluss-Woche. Und dann war ich auf einmal sehr spontan verliebt, und zwei Wochen später bin ich mit ihm zusammen nach Europa gegangen. Da habe ich dann auch Stephan kennen gelernt.

Du machst sehr fröhliche Songs, aber Du kennst auch ein bisschen den Liebesschmerz, wenn man sich lange Zeit nicht sehen kann, und Du singst darüber in „Mein Lied“.
Ja, genau! Also ich denke immer an meinen Freund. Ich habe ihn damals für drei Monate in Deutschland besucht und dachte, danach fliege ich wieder zurück nach Amerika. Ich war dann für sechs Wochen wieder in den USA und habe meinen Freund sehr vermisst und denke noch immer an diese Zeit zurück. Mein Freund Cecil ist wie sein Vater Produzent und viel unterwegs, wie ich auch in den letzten Jahren. Als ich das erste mal nach Deutschland gekommen bin, habe ich gekellnert und als Lehrerin gearbeitet.  Jetzt  war ich in Berlin, aber mein Freund war immer unterwegs. Und in dem Song „Mein Lied“ singe ich über diese Zeit.”

Es gibt heutzutage viele Menschen, die getrennt voneinander leben müssen. Welchen Tipp würdest Du ihnen geben, wie man diese Zeit gut überstehen kann? Denn es kann ja nicht jeder ein Lied darüber schreiben.
“Es ist nicht so einfach, aber wenn man an die Liebe glaubt, dann ist alles möglich, denke ich (lacht). Also wenn jemand fühlt ‚Du bist meine number one.’ Ich rate Euch: Bleibt stark!”

Wie habt ihr das dann geschafft, zusammen zu kommen und in einer Stadt gemeinsam zu leben?
“Ich wohne jetzt seit sieben Jahren in Berlin. Am Anfang war es nicht so einfach, ich konnte die Sprache nicht und es hat ein bisschen gedauert, einen Job zu finden und die Sprache zu lernen. Aber wenn die schwere Zeit vorbei ist, denkt man ‚Wir sind jetzt stärker, weil wir das durchlebt haben. Ich liebe Dich jetzt noch mehr.'”

Und wie gefällt Dir Berlin, wenn Du jetzt schon so lange hier bist?
„Ich liebe Berlin (lacht). Berlin ist inzwischen meine Heimat und ich fühle mich sehr wohl hier und spüre, dass ich eine Verbindung habe zu der Stadt. Berlin ist sehr vielfältig, man kann Spaß haben, aber auch seine Ruhe, weil es viel grün gibt. Und die Menschen sind sehr international und sehr kreativ. Ich fühle mich in Berlin zu Hause und bin happy.“

Wenn Du mit Stephan Remmler zusammen arbeitest, wie versteht Ihr Euch künstlerisch? Wo nehmt Ihr die Musik auf und wer schreibt die Texte?
„Wir machen alles zusammen. Dieses Jahr haben wir über Weihnachten auf Lanzarote gearbeitet. Von März bis Mai war ich mit Florian Silbereisen auf Tour und während der Tour-Pausen gingen die Studioarbeiten in Deutschland weiter.
Wir lachen und wir streiten, es ist immer eine schöne Zeit. Stephan kann alles zu mir sagen und ich alles zu ihm. Es ist wie eine Vater-Tochter Beziehung. Er schreibt die Texte und wir unterhalten uns vorher, was gerade passiert in meinem Leben. Ich bringe auch meinen amerikanischen Background  musikalisch mit ein. Er kennt mich sehr gut.“

Man hört in Deinen Songs, dass es da manchmal einen Einfluss von amerikanischer Musik wie Country gibt, und auch durch Deinem charmanten deutsch-amerikanischen Akzent, ich denke der ist stellenweise gewollt und positiv für Deine Lieder!?
„Ja! Am ersten Album haben wir drei Jahre gearbeitet und jetzt beim Zweiten habe ich meinen Stil oder meine Voice gefunden.“

Wie würdest Du Deinen jetzigen Stil beschreiben?
„Ich kann das nicht in ein Wort fassen, aber ich würde sagen humorvoll, und meine Ukulele gehört mit dazu, das ist sehr amerikanisch, weil ich Amerikanerin bin, aber was ich mache, ist sicherlich Schlagermusik. Ich mache alles mit Liebe und Humor und nehme es nicht so ernst. Es macht einfach Spass.“

Was Du machst ist nicht so „bierernst“, wie man im Deutschen sagt. Die Deutschen  können ja sehr ernst sein, aber Du singst Deine Songs oft mit einem kleinen Augenzwinkern.
“Ja das stimmt! Die deutsche Sprache  kann extrem tief sein, was ja sehr schön an ihr ist. Aber ich liebe dabei auch die Leichtigkeit, das Lachen und den Spaß.”

Wie ist es für Dich deutsche Schlager Musik zu singen?
“Toll! Es macht mir Freude, dass ich in einer neuen Sprache singen kann. Und ich glaube, es ist einfacher, auf deutsch zu singen als zu sprechen. Man kann viel mehr ausdrücken als auf Englisch, weil sie mehr Worte hat. Und irgendwie sind die Deutschen emotionaler als die Amis, finde ich.”

Du warst ja auch auf Tour mit Florian Silbereisen dieses Jahr und bist durch Deutschland gereist…
“…Ja wir waren in Österreich und in Deutschland und in Belgien…”

Es gibt auch Deutsche, die Schlager nicht mögen. Aber viele lieben Schlager und immer mehr junge Menschen mögen diese Musik. Welche Erfahrung hast Du diesbezüglich gemacht?
“Zum Beispiel kenne ich ein deutsches Paar um die 30 Jahre, die immer zu mir gesagt haben ‚Oh, wir sind keine Schlager Fans!“. Da ich gerne in die Berliner Hafenbar zu Schlagerpartys gehe, habe ich die Beiden einmal dahin mitgenommen. Dort haben sie jeden Song mitgesungen.
Ich kenne viele Leute aus Deutschland, die sagen, dass sie keine Schlager mögen, aber sie kennen alle Lieder und können sie mitsingen. Ich glaube, Schlagermusik ist ein großer Teil der Kultur in Deutschland.  Obwohl die Leute sagen, ‘Naja Schlager ist nicht so meins’, mögen oder kennen sie  dennoch ein Lied von Udo Jürgens, Roland Kaiser oder einem anderen Sänger.”

Selbst wenn man zu Hause keine Schlager hört, feiern doch fast alle mit, wenn auf einer Party Schlagermusik gespielt wird.
“Ja genau. Etwa beim Karneval oder beim Skifahren feiern alle bei Schlager Musik.”

Stephan Remmler ist ja auch sehr berühmt in Deutschland und hat auf Deutsch gesungen (wenn auch keinen Schlager). Zum Beispiel „Vogel der Nacht“, diesen Song coverst Du auf Deinem neuen Album, Deine Version gefällt mir sehr gut.
“Dankeschön (lacht). Ich liebe das Lied, es ist eines meiner Lieblingslieder. Deshalb habe ich auch zu Stephan gesagt: „Ich muss das Lied unbedingt singen!“ Wenn ich mit Stephan auf der Straße unterwegs war, ist es uns oft passiert, dass ihn Menschen ansprachen und meinten ’Vogel der Nacht’ ist mein Lieblingslied, weil…“ und dann erzählten sie eine emotionale Geschichte über diesen Song und welche Bedeutung er in ihrem Leben hat. Bei meiner Aufnahme von „Vogel der Nacht“ sind wir der Original-Version treu geblieben und haben den Song nur ein bisschen an meinen Stil angepasst.”

Wie ist Deine Promotion Tour bis jetzt gelaufen?
“Oh, ich habe etwa 15 Radio Stationen besucht in ganz Deutschland und es gibt noch ein paar Radiosender, zu denen ich  hingehen werde. Ich bin schon und werde noch in einigen Fernsehshows auftreten wie BR Abendschau, Schlager des Sommers, Immer wieder Sonntags oder MDR um 4 und Musik für Sie ebenfalls beim MDR, Am Samstag bin ich beim Schlagerolymp in Berlin. Alle genauen Termine findet Ihr auf meiner Webseite bei den Terminen.” (https://www.sarahjanescott.de/termine/)

Letzte Frage an Dich: „Ich liebe Schlagermusik, weil…“
“…es einfach viel Spaß macht, das Publikum immer so positiv ist, eine gute Zeit haben will und die schönen Seiten des Lebens genießt!

Vielen Dank für das Interview!

Sarah Jane Scott im Interview mit Christian Finger von schlagerland.tv

 

Hier geht’s zur offiziellen Webseite von Sarah Jane Scott:

https://www.sarahjanescott.de

 

Hier ist das neue Musik-Video “Super dass es so was gibt” zu sehen:

 

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